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Jutta Bauer

(9.1.1955 Hamburg – 10.9.2025 Schwerin)
Kinderbuchillustratorin und -autorin
Bismarckstraße 127 (Wohnadresse)
Fuhlsbüttler Straße 756; bestattet im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof


Dame guckt freundlich in die Kamera
Jutta Bauer; Quelle: Karen Seggelke

Sie habe es immer gutgehabt. Das sagte Jutta Bauer auf der Feier ihres 70. Geburtstags. Wenig später starb die bekannte Hamburger Kinderbuchillustratorin und -autorin unerwartet plötzlich.

Jutta Bauer gelang es mit einer scheinbar einfachen Leichtigkeit das Gute und Schöne in ihr Leben und in ihre vielen Bücher zu holen. Und das mit großem Erfolg. So wurde sie unter anderem mit dem Deutschen Jugendbuchpreis und dem internationalen Hans Christian Andersen Award für ihr Werk ausgezeichnet.

Nachdem sie an der Fachhochschule für Gestaltung (heute HAW) studiert hatte, wurde sie durch ihre Arbeit für die Frauenzeitschrift „Brigitte“ ab Mitte der 1980er Jahre als Comiczeichnerin und Cartoonistin einem großen Publikum bekannt. Bei unterschiedlichen Verlagen erschienen in der Folge zahlreiche Bücher in Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren wie Kirsten Boie, Jörg Schubiger, Christine Nöstlinger oder Klaus Kordon.

Zu Jutta Bauers erfolgreichsten und in viele Sprachen übersetzten Büchern gehören aber die eigenen Werke „Die Königin der Farben“, „Selma“ und „Opas Engel“, mit denen sie Generationen inspiriert, begeistert und berührt, zum Nachdenken angeregt und neue Perspektiven eröffnet hat.

Ihre Bücher haben unsere Augen geöffnet für schöne Dinge, für unsere kleinen Fehler, die uns ärgern können, aber durch Jutta Bauers Augen viel häufiger Freude bereiten. Niemals jedoch hat sie in Werk und Leben den Blick abgewandt von den großen Problemen, die wir noch zu bewältigen haben: Unnötige Armut in unserer Gesellschaft oder Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Ungerechtigkeiten in aller Welt und direkt vor unserer Tür.

Am wichtigsten waren Jutta Bauer immer die Menschen – auch und besonders die etwas Kleineren. Obwohl sie wusste, wie man es sich selbst nett und gemütlich macht, war ihre Tür stets offen. Für zahlreiche Freundinnen und Freunde aus Barcelona, Kuba, Japan, Winterhude oder Altona. Für Kolleginnen und Kollegen, unter denen sie besonders den jüngeren vielfach Mentorin und Förderin war. Für ihre Familie, vier Geschwister, Sohn und Schwiegertochter und zwei Enkelkinder, die Jutta Bauer alle sehr vermissen. Ein Glück, dass die Erinnerung an sie nicht nur in unseren Köpfen und Herzen, sondern auch in ihren vielen Büchern lebendig bleibt.