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Gudrun Schaefer

(21.3.1942 Lüneburg - 22.4.2026 Hamburg)
Professorin für Rhythmik an der Musikhochschule Ham­burg, Dozentin am Studiengang Frauenstudien der Universität Hamburg
Werderstraße 57 (Wohnadresse)


Frau mit Brille lächelt in die Kamera
Gudrun Schaefer; Quelle: Garten der Frauen e. V.

Geboren an 21.3.1942 in Lüneburg, erinnerte sie sich noch an Bombenalarme und die Übergabe der Wohnung an die Englische Besatzung. Der Vater übernahm als Chirurg 1945 die Leitung des Krankenhauses in Salzhausen, wo die Familie mit fünf Kindern zehn Jahre lang im Krankenhaus wohnte. Danach lebte die Familie in einem Haus am Dorfrand. Gudrun, die zweite in der Geschwisterreihe, war die „Spielmacherin“: sie musizierte mit Klavier und Flöte, leitete Zusammenspiel und chorisches Singen an, inszenierte kleine Theater-, Sing- und Tanzspiele bei Familienfesten, leitete das Mädchenturnen im dörflichen Turnverein.

Nach dem Abitur an der Wilhelm-Raabe-Schule in Lüneburg studierte Gudrun Fischer bis 1964 Rhythmisch-Musikalische Erziehung an der Musikhochschule Hannover mit dem Abschluss Staatlich geprüfter Musiklehrer Hauptfach Rhythmik. Ein Aufbaustudium „Schauspielangewandte Rhythmik“ folgte 1965 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Eine Ehe mit dem Architekten Jürgen Schaefer 1968 wurde nach vier Jahren wieder geschieden.
Als Dozentin für Rhythmik, Bewegungslehre und Tanz/Musical übernahm sie Lehraufträge an Musikhochschulen in Heidelberg, Mannheim, Stuttgart, Wuppertal, Bochum, Essen, Detmold und Hamburg. Das Studium Erziehungswissenschaften an den Universitäten Düsseldorf und Wuppertal schloss sie 1982 mit dem Diplom ab. Ihre Diplomarbeit zum Thema „Rhythmik als interaktionspädagogisches Konzept“ wurde 1992 im Waldkauz-Verlag Remscheid veröffentlicht. Ihr Verständnis von Rhythmik ging weit über Bewegungs- und Körperschulung hinaus. Als interaktionspädagogisches Konzept verstand sie Rhythmik komplexes Zusammenspiel von musikalischen, körperlichen, räumlichen und sozialen Prozessen der Bildung.
1970-1982 leitete sie den Diplomstudiengang Rhythmik an der Hochschule für Musik und Theater Köln/Institut Wuppertal. Die Professur für Rhythmik einschließlich des Studienschwerpunkts Rhythmik im Studiengang Diplommusiklehrer hatte sie 1982-2005 an Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Gudrun Schaefer wirkte mit Bewegungs- und Präsentationstechniken im „Kontaktstudiengang Popularmusik“ mit. Sie richtete den 1. Bundeswettbewerb Rhythmik „Musik und Bewegung“ 1990 und den 1. Ernst-Baader-Wettbewerb für Lied und deutschsprachige Chansons 1992 an der Musikhochschule Hamburg aus.

Hochschulpolitisches Engagement
Seit den 1980er-Jahren engagierte sie sich hochschulpolitisch im Fachbereichsrat Musikpädagogik als Sprecherin und stellvertretende Frauenbeauftragte, im Hochschulrat und im Hochschulsenat, wirkte als Frauenbeauftragte der Hochschule und als stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte. Von 1989 bis 2005 arbeitete sie in der hochschulübergreifenden Gemeinsamen Konferenz für Frauenstudien und Frauenforschung Hamburgs mit. Von 1998 bis 2000 war sie Vizepräsidentin der Hochschule für Musik und Theater, als erste Frau in diesem Amt. „Sie war eine jener Personen, die nicht nur Positionen innehatten, sondern Räume öffneten: Räume für Diskussionen, für Widerspruch, für Forschung, für künstlerische Beiträge von Frauen, für eine Hochschule, die sich ihrer blinden Flecken bewusst wurde. Bei aller Strenge in der Sache darf nicht vergessen werden, dass Gudrun Schaefer im persönlichen Umgang ein sehr humorvoller Mensch war, der herzhaft lachen konnte und immer für einen Spaß zu haben war.“ So erinnert sich die Hochschule für Musik und Theater Hamburg in einem Nachruf.