Elisabeth Kiausch
(19.1.1933 Hamburg – 19.8.2026 Hamburg)
Bürgerschaftspräsidentin, Bürgerschaftsabgeordnete, Finanzsenatorin
Hamburger Rathaus/Bürgerschaft (Wirkungsstätte)
Gänsemarkt Finanzbehörde (Wirkungsstätte)
Die gelernte Schriftsetzerin begann ihre berufliche Laufbahn in einer Druckerei. Später arbeitete sie als Typographin als Werbegrafikerin, dann als Sachbearbeiterin im Einkauf eines Hamburger Zeitschriftenverlages. Elisabeth Kiausch erlernte auch den Beruf der Einzelhandelskauffrau. Zwischen 1966 und 1969 war sie als selbstständige Einzelhandelskauffrau tätig.
Mit 18 Jahren wurde Elisabeth Kiausch 1951 Mitglied der SPD und war von 1965 bis 1970 Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Eimsbüttel, von 1977 bis 1987 als erste Frau Geschäftsführerin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, von Juni 1987 bis September 1987 als erste Frau Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft. Diese Position hatte sie nochmals von 1991 bis 1993 inne. Der Hamburgischen Bürgerschaft gehörte Elisabeth Kiausch von 1970 bis 2004 an. Sie schied damals als eine der bundesweit dienstältesten Abgeordneten aus.
Sie war auch Mitglied des Landesvorstandes der SPD Hamburg und des Parteirates der SPD Hamburg, von September 1987 bis 1991 Mitglied des Senats, 1987/88 als erste Frau Präses der Finanzbehörde, von Juni 1988 bis 1991 Senatorin für das Senatsamt für den Verwaltungsdienst, für das Senatsamt für Bezirksangelegenheiten sowie des Staatsarchivs.
Elisabeth Kiausch war mit Manfred Kiausch verheiratet, der 2009 verstarb. Mit ihm hatte sie drei Kinder (geboren 1954, 1959, 1964) und war mit ihm in der SPD-Hamburg Eidelstedt politisch beheimatet. 1970 wurde sie Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gehörte ihr bis 2004 an. Ihren politischen Schwerpunkt legte sie auf die Haushaltspolitik, denn ihr großes Interesse galt den Querschnittsproblemen. Außerdem fand sie staatliches und politisches Handeln als facettenreiche Gesamtaufgabe äußerst spannend.
Zu ihren politischen Erfolgserlebnissen in der Bürgerschaft, in der sie dem Haushalts- und Rechtsausschuss angehörte, äußerte sie 1994: „Die Arbeit in einer Fraktion ist immer Mannschaftssport. Insofern wäre es nicht richtig, sich Erfolge als Person zuzuschreiben, man braucht Gleichgesinnte und Unterstützer. Gefreut habe ich mich z. B. immer, wenn auch in Zeiten des Sparens Personalaufstockungen und andere Verbesserungen im Alten- und Pflegeheimbereich durchgeführt werden konnten. Aber auch ein aussagekräftiger Haushaltsausschussbericht unter eigener Federführung ist ein (wenn auch stilles) Erfolgserlebnis. Ein Erfolg war für mich die Einführung der Veranstaltung ‚Jugend im Parlament‘ unter meiner Präsidentschaft. Auf die Erfolgsseite möchte ich auch die Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zu unserer Partnerstadt St. Petersburg verbuchen, die ich – wo immer eine Möglichkeit gegeben war – von parlamentarischer Seite aus gefördert habe. Als Regierungsmitglied kann man sich Erfolge und Niederlagen auch persönlich zurechnen, z. B. die Vorlage eines Haushaltsplanentwurfes oder Reformvorhaben in der Verwaltung.“
Einer Vereinbarung von Privatleben und Bürgerschaftsarbeit war möglich, weil ihr Ehemann ihr politisches Engagement immer und mit allen Konsequenzen stützte. 2Wäre dies nicht der Fall“, so sagte Elisabeth Kiausch, „wäre ein umfängliches politisches Engagement nicht möglich gewesen.“
Elisabeth Kiauschs Hobby war der Trabrennsport.
Ehrenamtlich engagierte sich u. a. bei der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und bei den Freunden des Botanischen Gartens.