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Ingrid Seeler Dr. phil. Ingrid Seeler, geb. Burghardt

(5.10.1928 Hamburg – 10.12.2025 Hamburg)
Bürgerschaftsabgeordnete (SPD)
Hamburger Rathaus, Rathausmarkt (Wirkungsstätte)


Ingrid Burghardt studierte Romanistik, Anglistik, Philosophie und Pädagogik. Von 1957 bis 1959 arbeitete sie als Studienassessorin an der Peter-Petersen-Schule in Hamburg, von 1949 bis 1961 als Französisch- und Englischlehrerin mit halber Stundenzahl an einem Gymnasium. In dieser Zeit promovierte sie.

Sie heiratete Hans-Joachim Seeler (1930-2015), der später in Hamburg Senator wurde. Ihr erstes Kind kam 1958 zur Welt.

Von 1972 bis 1974 war Ingrid Seeler Angestellte an der Gesamtschule Hamburg Steilshopp, ebenfalls mit halber Stundenzahl.

Neben ihrer Arbeit als Lehrerin und der einer Hausfrau und Mutter engagierte sich Ingrid Seeler auch politisch. 1960 trat sie der SPD bei, wurde 1966 Beisitzerin im SPD-Distriktsvorstand für Frauen, von 1972 bis 1978 Distriktsvorsitzende von Hamburg Bramfeld-Süd und von 1978 bis 1988 Beisitzerin im Distriktsvorstand, Kreis- und Landesdelegierte.

Außerdem war sie ab 1965 Dozentin an der Hamburger Volkshochschule und von 1966 bis 1982 Mitglied im Vorstand der Volkshochschule. Darüber hinaus engagierte sie sich von 1966 bis 1970 als Mitglied der Deputation der damaligen Jugendbehörde. Sie war Mitglied im Beirat der Hamburger Symphoniker, stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Stiftung Öffentliche Bücherhallen, Mitglied im Vorstand der Centralbibliothek für Blinde e. V., Mitglied im Kuratorium des Vereins zur Förderung der Logopädenlehranstalt Hamburg, im Werner-Otto-Institut der damals sogenannten Alsterdorfer Anstalten.

Wegen ihres politischen Engagements wurde Ingrid Seeler für die Hamburgische Bürgerschaft nominiert und fungierte von 1974 bis 1986 als Abgeordnete (SPD) der Hamburgischen Bürgerschaft. Die Mutter von vier Kindern hatte in der Zwischenzeit ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben. Zu Beginn ihrer Laufbahn als Abgeordnete waren ihre Kinder siebzehn, sechszehn, dreizehn und zehn Jahre alt. Ihr Privatleben und die Bürgerschaftsarbeit zu vereinbaren bereitete ihr keine Probleme: „Ich war ‚Nur-Hausfrau‘ und daher mittags, zur ‚Hauptkinderzeit‘, zu Hause, was während meines Schuldienstes in der Gesamtschule Steilshoop oft nicht der Fall war, da Koordinierungskonferenzen immer in der Mittagszeit stattfanden.“

Ihre politischen Schwerpunkte als Abgeordnete lagen in der Kultur- und Wissenschaftspolitik.

Als politische Erfolge bezeichnete Ingrid Seeler die Rettung der Hamburger Symphoniker im Jahr 1974, die aus Spargründen abgeschafft werden sollten, das Weiterbestehen des Hamburger Konservatoriums und den Ausbau seiner Abteilung für die Berufsausbildung, die Bewahrung mehrerer Öffentlicher Bücherhallen vor der Schließung, die Förderung der Musikhochschule (Bau des Übungstraktes und des Dorums, Erhalt und Auslagerung des Spiegelsaales) und anderes mehr.

Eine politische Niederlage war für sie z. B. die Ablehnung der Anfangsfinanzierung für das neu zu errichtende Café Sperrgebiet (Beratungszentrum für minderjährige Prostituierte in Hamburg-St. Georg) durch die SPD-Fraktion: „Eigentlich hätten wir Frauen aller Fraktionen uns zusammenschließen und die Finanzierung durchsetzen müssen. Aber die Vorlage kam sehr kurzfristig und war parlamentarisch nicht vorbereitet worden.“

Nach anstrengenden Bürgerschaftssitzungen setzte sie sich zu Hause hin und schrieb Musicals und Gedichte. Auf diese Art verarbeitete Ingrid Seeler hochaktuelle politische Themen.

1986 schied Ingrid Seeler aus der Bürgerschaft aus: „Ich war älter und müder geworden, hatte keine Angriffslust mehr. Alles war Routine.“

Nach ihrer Zeit als Bürgerschaftsabgeordnete blieb Ingrid Seeler weiterhin politisch aktiv. 1987 wurde sie Vorsitzende des Volkshochschulvereins Hamburg-Ost. Von 1985 bis 1991 war sie berufendes Mitglied der Synode der Nordelbischen Ev. luth. Kirche, 1985-1991 berufenes Mitglied der Synode der Nordelbischen Ev. Luth. Kirche, von 1986 bis 1992 Mitglied der Kirchenleitung der NEK (Nordelbische Kirche), 1988 Vorsitzende des ad.hoc-Ausschusses zur Errichtung eines Frauenreferates der NEK. 1992 wurde sie Mitglied im Verwaltungsrat der Stiftung des Rauhen Hauses und im selben Jahr Mitglie4d im Verwaltungsrat der Martha-Stiftung. 1)